Forschungsprojekte

Laufende Projekte:

Die Wirkung von Instrumenten zum wirtschaftlichen Verordnen auf regionaler Ebene am Beispiel der Biosimilars

Nach über zehn Jahren seit der Einführung des ersten Biosimilars in Deutschland variiert das regionale Verordnungsverhalten der niedergelassenen Kassenärzte für diese Arzneimittelgruppe stark. Ursache könnten divergierende Anreize zum wirtschaftlichen Verordnen, wie zum Beispiel Vorgaben zu Mindestmengen oder der vorrangigen Verordnung von Biosimilars auf regionaler Ebene sein. Im Rahmen der Projektförderung Versorgungsforschung 2016 des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) untersuchen wir den Einfluss verschiedener Steuerungsmechanismen auf das Verordnungsverhalten der Ärzte.

Projektpartner und Finanzierung: Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi)


Inanspruchnahme und Adoption von Arzneimitteln durch niedergelassene Ärzte

Bei der Entscheidung über eine Verordnung sind Ärzte üblicherweise einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt. In diesem Projekt untersuchen wir die Rolle von Information und Regulierung bei Adoption und Inanspruchnahme von Gesundheitstechnologien. Wir berücksichtigen unterschiedliche Produktkategorien (zum Beispiel neue Produkte, Biosimilars, Generika) und verwenden ökonometrische Analysen um die Auswirkungen verschiedener Informationssignale (z.B. Erstattungsentscheidungen) und die Rolle der Regulierung (z.B. durch Mindestmengen, Richtgrößen) auf den verschiedenen Ebenen des Gesundheitssystems zu untersuchen

 

Der Einfluss von biomedizinischer Innovation auf die Therapietreue in der medikamentösen Therapie

Mangelnde Therapietreue in der Medikamentenversorgung wurde in mehreren Gesundheitssystemen industrialisierter Länder als wesentlicher Faktor für die Verschwendung von monetären Ressourcen identifiziert. In diesem Projekt untersuchen wir den Einfluss von Innovation auf das Adhärenzverhalten in der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland und den Vereinigten Staaten. Im Mittelpunkt stehen chronische Erkrankungen und die Verwendung von Routinedaten für Ermittlung der Inanspruchnahme von Medikamenten.

  • Projektpartner: Columbia Business School, Columbia University; DocMorris

 

Abgeschlossene Projekte:

Frühe Nutzenbewertung nach Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG)

Für die pharmazeutische Industrie haben sich mit Verabschiedung des AMNOG im Jahr 2010 die Rahmenbedingungen für den Marktzugang patentgeschützter Arzneimittel stark verändert. Hersteller müssen innerhalb von drei Monaten nach Markteintritt beim Gemeinsamen Bundesausschuss ein Dossier einreichen, das den medizinischen Nutzen und Zusatznutzen im Vergleich zur Standardtherapie belegt. Abhängig von dem Ausgang der Nutzenbewertung kann der Hersteller im Anschluss mit dem GKV-Spitzenverband, der zentralen Interessensvertretung der Krankenkassen, in Preisverhandlungen treten oder unterliegt weiter gehender Regulierung. Ziel des Projektes ist es anhand der bestehenden Nutzenbewertungen seit Anfang 2011 Einflussfaktoren für die Bestimmung des Zusatznutzens sowie der Höhe des zu entrichtenden Rabattes auf den Herstellerabgabepreis zu identifizieren.

  • Projektpartner: Universität Hamburg, Hamburg Center of Health Economics
  • Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft